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Smart Packaging

Smart Packaging: Verpacken mit Köpfchen

Smart Packaging fügt Verpackungen neue, innovative Funktionen hinzu. Die Kombination aus physischer Umhüllung und digitaler Erweiterung erweitert das Potenzial von Verpackung enorm. Unterschieden wird in zwei Typen: aktive Verpackung und intelligente Verpackung. Lesen Sie hier, was den Trend ausmacht.

Pakete auf Prozessor-/Barcode-Fläche

Smart Packaging fügt Verpackungen neue Funktionen hinzu, unter anderem bei Information und Automatisierung. © Connect world / Shutterstock

Smart Packaging goes Massenproduktion

Auch wenn Smart Packaging große Möglichkeiten und enormes Potenzial verspricht: Der massentaugliche Einsatz lässt sich bislang nicht realisieren. Hauptgrund ist vor allem der Kostenfaktor; die Herstellung smarter Verpackungen kostet derzeit noch viel Geld. Das versuchen die Entwickler und Forscher zu ändern. So beispielsweise die Fraunhofer-Einrichtung für Mikrosysteme und Festkörper-Technologien (EMFT), die sensorische Label aus flexiblen Siliziumchips und modernen Folien entwickelt.

Kurz- und mittelfristig ist ein rasanter Anstieg im Bereich Smart Packaging zu erwarten. Die Akzeptanz und Zahlungsbereitschaft für solche Verpackungslösungen soll entsprechend dem steigenden Informationsbedarf der Bevölkerung wachsen. Experten sagen zum Beispiel kostengünstig druckbare Elektronik für die Massenproduktion ab dem Jahr 2021 voraus.

Aktive Verpackung: Qualität und Produkte sichern

Smart Packaging unterscheidet zwischen aktiver und intelligenter Verpackung. Als aktiv gelten jene Verpackungen, die mit den enthaltenen Gütern in eine Wechselwirkung treten. So können sie die Haltbarkeit der Ware verlängern beziehungsweise deren Qualität während Transport und Lagerung erhalten oder sogar verbessern, etwa durch angeregte Reifeprozesse. Eine Maßnahme, die nicht nur für Online-Lebensmittel große Vorteile hat – auch im stationären Handel kommt sie bereits seit einiger Zeit erfolgreich zur Anwendung. 

Die Funktionsweise aktiver Verpackungen hängt vom jeweiligen Produkt ab. Zwei der wesentlichen Varianten: Eine dem Inhalt beigefügte Substanz neutralisiert bestimmte Stoffe, oder sie integriert notwendige Stoffe. Zum Einsatz gelangen dabei lichtfilternde Materialien, Sauerstoff- und Ethylenabsorber, antimikrobielle Oberflächenbeschichtungen oder feuchteregulierende Materialien.

Zu den unterschiedlichen Aufgaben, die aktive Verpackungen übernehmen können, gehören:

Beispiel: ein Sauerstoffabsorber, der im Drehverschluss einer Plastikflasche sitzt. Dieser verdoppelt die Dauer der Haltbarkeit der enthaltenen Flüssigkeit. 

Apotheker mit Kapselverpackung
Intelligente Medikamentenverpackung können den Schutz für Verbraucher erhöhen, indem sie etwa bei nicht korrekter Dosierung warnen. © i viewfinder / Shutterstock

Intelligente Verpackung: Smart Packaging zur Kommunikation

Intelligente Verpackungen wiederum bieten daneben einen Zusatznutzen, der über die reine Verpackung hinausgeht. Hier steht vor allem die Fähigkeit zur Kommunikation im Mittelpunkt.

Diagnostik- und Indikatorfunktionen: Die Verpackungen informieren die Außenwelt, um den Zustand des enthaltenen Produkts zu dokumentieren. Verschiedene Indikatoren und Sensoren überwachen unter anderem Informationen zu:

Die Daten werden für den Empfänger sichtbar gemacht. Dabei sind die Indikatoren entweder in die Verpackung integriert, im Verpackungsinneren platziert oder an der Außenseite angebracht. Die gewonnenen Informationen lassen Handel und Verbraucher erkennen, ob kritische Grenzwerte überschritten werden – etwa durch eine Unterbrechung der Kühlkette oder eine undichte Verpackung.        

Informations-, Automatisierungs- und mirko filipovicerbraucherschutz-Funktion: Weitere Bestandteile von intelligenten Verpackungen können Barcodes, LEDs, Augmented Reality, Near Field Communication (NFC), Lautsprecher, Funkchips oder Displays sein. So überwacht etwa die intelligente Medikamentenverpackung die Einnahme enthaltener Produkte und schlägt bei nicht korrekter Dosierung Alarm. Auch das Extended Packaging gehört zu dieser Kategorie von Verpackungen und stellt für Smartphone-Nutzer wichtige Herstellerinformationen zu Herkunft, Produktionsbedingungen oder Inhaltsstoffen bereit.

Logistik- und Marketingzwecke: Auch im erweiterten Rahmen von Logistik und Marketing spielt intelligente Verpackung ihre Stärken aus. So kommen beispielsweise bei Whiskyflaschen feine elektronische Sensoren zum Einsatz. Sie übertragen, wo genau in der Vertriebskette die Flasche sich gerade befindet oder wann sie geöffnet wurde. Zusätzlich lassen sich je nach Stand und Phase Promotionsangebote oder Cocktailrezepte verknüpfen.

Augmented-Reality-Elemente: Diese Option geht bei der Marketingfunktion noch einen Schritt weiter. Produkte werden über das Smartphone oder anderen mobilen Endgeräten virtuell ergänzt und zu Erlebniswelten ausgebaut. Etwa über Apps, die per Handy-Kamera nach einem Scan der Produktpackung zusätzliche digitale Erlebnisse bieten. Das kann beispielsweise Musik in Verbindung mit einem Poster, ein Film-Trailer bei einer Blu-ray-Verpackung oder ein Kochrezept nach dem Öffnen eines Lebensmittels sein.  

Logistik: Smart Packaging treibt Digitalisierung voran

Smart Packaging führt zu Veränderungen in der gesamten Logistikkette. Intelligente Verpackungen verlangen nach digitaler Einbindung und erhöhen so den Druck im Transportwesen, die Digitalisierung voranzutreiben. Was einerseits Kosten und Aufwand bedeutet, bietet andererseits große Chancen, etwa bei den Interaktionsmöglichkeiten. Aktuell bereits umgesetzt ist beispielsweise das lückenlose Verfolgen des Transportweges in Echtzeit (Track & Trace).

Laut Trendforschern nimmt die Logistik als Entwicklungsfläche des Smart Packaging eine Vorreiterrolle ein. Aktive und intelligente Verpackung würden demnach nicht aus dem Marketing heraus entstehen, sondern als Folge automatisierter Logistikprozesse im Internet of Things. Eine Vernetzung, die letztlich einen Baustein von vielen bedeutet, damit Industrie 4.0 auch die Verpackungsindustrie transformieren kann. Innovative Technologien, wie beispielsweise RFID-Chips (über die automatisch und berührungslos Objekte und Lebewesen identifiziert und lokalisiert werden), können in Zukunft die Vorteile und Möglichkeiten des Smart Packaging innerhalb logistischer Prozesse auch für einzelne Waren verfügbar machen.

Hand hält Tablet mit Logistik-Inhalt vor Grafik mit Industrie 4.0-Elementen
Smart Packaging schafft in der Logistik Vorteile für Händlern, Hersteller und Kunden. © Zapp2Photo / Shutterstock

Entsorgung und Kundenorientierung

Eine der größten Hürden für die Massentauglichkeit des Smart Packaging ist neben den Kosten die Frage der Entsorgung. Schließlich fallen Verpackungen mit Elektronikelementen aufgrund ihrer eigenständigen elektronischen Funktion unter das Elektro- und Elektronikgesetz und sind wie Elektronikgeräte zu behandeln. Folglich ist eine Entsorgung über den Hausmüll problematisch und die Hersteller sind dazu gezwungen, ihre Verpackungen speziell als Sondermüll zu kennzeichnen. Es bleibt abzuwarten, welche Lösungsansätze hier weiterhelfen können, etwa beim Material.       

Insofern ist aktuell ein ausschließlicher Einsatz von Smart Packaging zu Marketingzwecken keine empfehlenswerte Option. Vielmehr sollte statt Image und Trends der konkrete Nutzen für Unternehmen und Kunden im Fokus bleiben. Ob mehr Sicherheit bei der Qualität der Produkte, auf Kundenseite oder innerhalb von Logistikprozessen: Smart Packaging kann dafür sorgen, dass Händler, Hersteller und Verbraucher gleichermaßen in den Genuss der vielen Vorteile kommen.

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